Was ist ein Fanprojekt?

Ein Fanprojekt ist eine sozialpädagogische Einrichtung der Jugendhilfe, die mit jungen Fußballfans arbeitet. Fanprojekte gibt es an vielen Standorten in Deutschland, von der Bundesliga bis in den Amateurbereich. Sie sind rechtlich verankert im Achten Sozialgesetzbuch (SGB VIII) und arbeiten auf Grundlage des Nationalen Konzepts Sport und Sicherheit (NKSS).

Was macht ein Fanprojekt genau?

Fanprojekte begleiten junge Menschen im Lebensumfeld Fußball, im Stadion, im Stadtbild und auch digital. Sie leisten aufsuchende Jugend(sozial)arbeit, beraten in Krisen, bieten Freizeit- und Bildungsangebote an, unterstützen Gruppenprozesse und vermitteln bei Konflikten. Zentrale Prinzipien dabei sind: Freiwilligkeit, kritische Parteilichkeit, Akzeptanz und Vertrauensschutz.

An wen richtet sich die Arbeit?

Zielgruppe sind in der Regel 14- bis 27-jährige Fußballfans. Sie kommen aus unterschiedlichen sozialen, kulturellen und politischen Kontexten. Fanprojekte sind für sie Anlaufstelle, Vertrauensperson und Mitmachraum, unabhängig davon, ob sie in der aktiven Fanszene organisiert sind oder einfach regelmäßig ins Stadion gehen.

Wofür stehen Fanprojekte?

Für Respekt, Vielfalt und demokratische Teilhabe. Fanprojekte positionieren sich klar gegen Diskriminierung, Gewalt und Ausgrenzung. Sie setzen sich gleichzeitig für faire Dialoge, soziale Gerechtigkeit und Jugendbeteiligung ein. Die Arbeit ist kritisch-parteilich für die jungen Menschen, aber professionell und unabhängig von Verein, Polizei oder Szene.

Wer arbeitet im Fanprojekt?

In Fanprojekten arbeiten pädagogische Fachkräfte, meist mit einem Hochschulabschluss der Sozialen Arbeit, viel Engagement und Stadionerfahrung. Sie kennen sowohl die Dynamiken jugendlicher Lebenswelten als auch die Fankultur, von Kurve über Choreo bis Konflikt.

Wie wird ein Fanprojekt finanziert?

Fanprojekte sind in der Regel Dreierfinanziert – von Kommune, Bundesland und dem organisierten Fußball (DFL/DFB). Die öffentliche Hand stellt mindestens 50 % des Budgets, der Rest kommt vom Fußball. Das sorgt für Verlässlichkeit, aber auch für Anforderungen an Qualität und Nachweisführung.

Was ist das Besondere an Fansozialarbeit?

Sie ist mehr als nur Jugendarbeit im Fußballkontext: Fansozialarbeit vereint Streetwork, Gruppenpädagogik, Bildungsarbeit, Konfliktmoderation, Netzwerkarbeit, Präventionsarbeit, Beziehungsarbeit und Sozialberatung – eingebettet in ein komplexes und dynamisches Umfeld. Sie findet dort statt, wo andere Angebote oft nicht mehr greifen: mittendrin, kritisch-parteilich und im direkten Kontakt.

Warum braucht es Fanprojekte überhaupt?

Weil Fußball mehr ist als ein Spiel. Er prägt Identitäten, bietet soziale Räume, aber auch Konfliktpotenziale. Fanprojekte leisten hier präventive, aufsuchende und unterstützende Arbeit. Sie stärken Fankulturen, schaffen Schutzräume und fördern zivilgesellschaftliches Engagement. Sie treten ein, für eine offene Gesellschaft und gegen Diskriminierung – im Stadion und darüber hinaus.

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